Erbenfeststellungsklage

Wenn klar werden muss, wer wirklich erbt

Nach einer Trennung tauchen neben den emotionalen Herausforderungen oft viele praktische Fragen auf. Eine der wichtigsten betrifft den Trennungsunterhalt und wie er sich berechnen lässt. Außerdem stellt sich häufig die Frage, wer überhaupt Anspruch hat. Dabei soll der Trennungsunterhalt keine dauerhafte Abhängigkeit schaffen, sondern eine faire Übergangsregelung ermöglichen – bis die Scheidung rechtskräftig ist. Er sorgt dafür, dass beide Partner den Schritt in die Eigenständigkeit ohne finanzielle Schieflage bewältigen können.

Was bedeutet Erbenfeststellungsklage?

Die Erbenfeststellungsklage ist ein gerichtliches Verfahren, mit dem verbindlich geklärt wird, wer Erbe geworden ist und zu welchem Anteil. Das Gericht entscheidet also nicht über einzelne Gegenstände, sondern über das grundlegende Erbrecht der Beteiligten.

Das Ergebnis ist ein Urteil, in dem schwarz auf weiß steht, wer rechtlich Erbe ist. Dieses Urteil ist für die Beteiligten bindend und kann dringend nötige Klarheit schaffen, wenn private Gespräche oder Nachweisversuche scheitern.

Warum benötigt man eine Erbenfeststellungsklage?

Ein Erbe steht oft vor verschlossenen Türen, wenn es Streit oder Zweifel gibt. Typische Situationen:

  • Zwei Personen behaupten, jeweils ein „gültiges Testament“ zu besitzen.
  • Ein Testament wird angezweifelt („gefälscht“, „unwirksam“, „späteres Testament“).
  • Jemand bestreitet, dass der andere wirklich gesetzlicher Erbe ist.
  • Banken, Versicherungen oder Schuldner verweigern Auszahlungen, bis die Erbfolge geklärt ist.
  • Ein vorhandener Erbschein wird angegriffen, etwa weil ein neues Testament aufgetaucht ist.

In all diesen Fällen hilft eine Erbenfeststellungsklage, die Unsicherheit zu lösen und Handlungsfähigkeit herzustellen.

Was passiert bei einer Erbenfeststellungsklage?

Das Gericht prüft alle relevanten Unterlagen: Testamente, Erbverträge, Verwandtschaftsverhältnisse und sonstige Beweise. Am Ende stellt es verbindlich fest, wer Erbe wurde und in welchem Anteil. Damit können Sie anschließend:

  • Vermögenswerte übertragen lassen
  • Bankguthaben erhalten
  • Immobilien ins Grundbuch eintragen
  • Forderungen gegenüber Dritten durchsetzen
  • sich gegen unberechtigte Erbansprüche wehren

Erbenfeststellungsklage oder Erbschein: Was ist der Unterschied?

Beides klärt die Erbfolge, aber auf unterschiedlichen Wegen:

Erbschein

Der Erbschein wird beim Nachlassgericht beantragt. Er dient als Nachweis im Rechtsverkehr, ist aber kein „Urteil“.

Erbenfeststellungsklage

Die Erbenfeststellungsklage ist ein echtes Zivilverfahren. Das Urteil ist bindend und kann Streitigkeiten lösen, die das Nachlassgericht nicht entscheiden darf – etwa, wenn Beteiligte den Erbschein inhaltlich anzweifeln.


Manchmal wird eine Erbenfeststellungsklage auch geführt, obwohl bereits ein Erbschein existiert. Das passiert etwa dann, wenn ein neues Testament auftaucht oder ein Beteiligter die Richtigkeit des Erbscheins bestreitet.

Was Sie sich merken sollten:

  • Bei Streit über Testamente oder Erbquoten schafft die Erbenfeststellungsklage verbindliche Klarheit.
  • Sie ist der Weg, wenn außergerichtliche Gespräche festfahren oder eine Partei die Erbfolge bestreitet.
  • Das Urteil ermöglicht erst die sichere Verwaltung und Verteilung des Nachlasses.
  • Der Weg ist oft unvermeidbar, wenn größere Vermögenswerte, Immobilien oder mehrere Beteiligte betroffen sind..

Ich unterstütze Sie

Wenn Sie unsicher sind, wie Ihre Erbansprüche durchgesetzt werden können oder ob eine Erbenfeststellungsklage notwendig ist, klären wir das gemeinsam in einem persönlichen Gespräch. Ich prüfe Testamente, Unterlagen und Ihre Rechtsposition und zeige Ihnen die Wege auf, wie Sie zu einer klaren und sicheren Lösung gelangen.